Urwald macht Schule 2021 – unser dritter Aufenthalt im Wildniscamp

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Nachdem wir einmal im Frühjahr und einmal im Herbst im Waldcamp an der Scheune Neuhaus gewesen waren, verbrachten wir als Klasse 4.1 dort in diesem Jahr eine Woche im Sommer. Im vergangenen Jahr fiel das geplante Camp leider der Coronapandemie zum Opfer.
Wir hatten jede Menge Spaß, haben viel erlebt und gelernt und uns noch ein wenig besser kennengelernt.

Klara hat zu den fünf Tagen einen Bericht geschrieben, den ihr im Anschluss dazu lesen könnt. Außerdem könnt ihr auch Fotos und einige Videos ansehen.

Die Woche der Abenteuer

Heute ist der erste Tag nach den Sommerferien. Wir, die Klasse 4.1 treffen uns auf dem Schulhof. Unsere Eltern sind mitgekommen, um sich von uns zu verabschieden, denn wir wollen ins Wildniscamp gehen. Das Wildniscamp ist ein Ort im Urwald vor den Toren der Stadt, wo man draußen schläft und das Leben im Wald nachvollziehen kann. Zuerst laden wir unsere Sachen in das Auto unseres Lehrers, dann wandern wir los. Am Naturfreundehaus Kirschheck treffen wir uns mit Frank und Cathleen, zwei Waldpädagogen, die mit uns die Woche im Wald verbringen.
Als wir an der Scheune Neuhaus ankommen, gibt es leckere Kartoffeln mit Käse zum Mittagessen. Nachdem wir alles gegessen haben, wird gefragt, wer das Geschirr spülen möchte. Mira, Alexa und ich melden sich. Mira und Alexa sind Freundinnen von mir. Wir spülen, polieren und trocknen Becher, Teller, Messer und Gabeln, bis unsere Finger ganz schrumpelig sind. Die anderen Kinder bringen ihre Sachen nach unten ins Camp. Weil wir die ganze Zeit geschrubbt haben, fährt uns unser Lehrer auf dem Anhänger nach unten. Es ist ein sehr schönes Gefühl. Als wir unten ankommen, suche ich mir einen Schlafplatz und rolle meine Isomatte aus. Ich mache meinen Schlafsack gemütlich und lege ihn auf meinen Schlafplatz. Ich muss mich ganz schön beeilen, denn einige Kinder wollen zur Höhle. Das lasse ich mir nicht entgehen. Vor der Höhle fliegen viele Stechmücken herum. Als wir reingehen, ist es stockdunkel. Plötzlich hören wir ein Geräusch, als würde jemand eine schwere Steinwand wegschieben. Schreiend rennen wir hinaus, denn wir haben uns total erschrocken. Wir gehen nochmal in die Höhle hinein, denn wir wollen wissen, ob das echt war oder nur eine Einbildung. Nein! Das war keine Einbildung, ich habe es genau gehört. Ich gehe nicht mehr in die Höhle, denn ich habe zu viel Angst. Plötzlich höre ich aus der Höhle ein Flap Flap Flap und Gekreische. Einige Kinder haben sich vor einer Fledermaus erschrocken. Wir haben für heute genug von der Höhle und gehen zurück ins Camp. Bald gibt es Abendessen und irgendwann kriechen wir auch in den Schlafsack.
Heute ist schon Mittwochabend. Langsam wird es dunkel und wir machen uns fertig für eine Nachtwanderung. Cathleen hat ein Gerät, mit dem man die Geräusche der Fledermäuse für Menschen hörbar machen kann. Wir sehen ein paar Fledermäuse, aber sie sind bald wieder verschwunden. Wir sehen den großen Wagen und können mit dessen Hilfe den Polarstern finden. Als wir zurück kommen, ist das Dreibein aufgestellt und auf dem Schwenker liegen SCHOKOBANANEN !!!! Das Leckerste auf der ganzen Welt. Schokobananen sind Bananen, deren Schalen einmal in der Mitte durchgeschnitten sind und dann werden ein paar Schokoladenstücke reingelegt. Die sind total lecker. Langsam werde ich echt müde und gehe schlafen.
Am nächsten Morgen verpasse ich das Frühstück, weil ich wegen eines Mückenstiches, der sich entzündet hat, kurz zum Arzt muss. Es wird bald Abend und das Abendessen wird vorbereitet. Es gibt Grillpizza und dafür muss einiges vorbereitet werden. Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Knoblauch und Wurst müssen geschnitten werden. Der Clan der Feuerphönixe, zu dem ich gehöre, hat heute Essensdienst und beginnt mit der Arbeit. Als alles geschnippelt ist, sind wir fertig. Aber ich möchte unbedingt mithelfen, den Teig zu machen. Jetzt muss der Teig ruhen. Danach können wir unsere Teigstücke passend formen und diese könne dann belegt werden. Als die Pizza auf dem Grill fertig gegart ist, können wir sie essen. Richtig, richtig, richtig lecker. Unser Lehrer erzählt am Feuer noch ein paar Geschichten, dann ist es Zeit, die Zähne zu putzen und in den Schlafsack zu hüpfen. Gute Nacht.
Heute ist der letzte Tag im Camp, trotzdem frühstücken wir gemütlich. Frank möchte mit uns noch ein Spiel im Wald spielen. Vorher machen wir so eine Art Übung. Man geht immer zu zweit zusammen und einem Kind werden die Augen verbunden. Dann muss das Kind, dessen Augen nicht verbunden sind, sich einen Baum aussuchen, zu welchem es das andere Kind führen möchte. Sie müssen dann auf dem direkten Weg zurück, an die Stelle, an er sie losgelaufen sind. Wird dem Kind das Tuch abgenommen, muss es den Baum wieder finden. Helen und ich machen das zusammen, aber ich laufe gegen einen Baum, als sie mich führt. Das hat total wehgetan, meine Nase schmerzt immer noch ein bisschen. Beim Spiel stellt Frank sich mitten in den Wald und schlägt auf seine Trommel, die er mitgenommen hat. Dabei laufe ich fast schon wieder gegen einen Baum, aber meine Lehrerin hält mich gerade noch fest. Wir spazieren zurück ins Camp, denn wir müssen noch packen. Zum Mittagessen gibt es Nudeln mit Tomatensoße. Eine Abschlussrunde machen wir auch noch, in der wir erzählen, wie es uns geht und auf was wir uns freuen. Jedes Kind holt seine Sachen und dann ziehen wir die Koffer über den Weg. Mir tun die Arme höllisch weh. Als ich oben ankomme, freue ich mich doch ein bisschen auf meine Familie.

Das war ein schönes Abenteuer.
Klara

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